Prolia

Klinisches im engeren Sinne / De la clinique

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blamperth
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Prolia

Beitrag von blamperth » Do 1. Feb 2018, 14:08

https://www.rts.ch/play/tv/36-9/video/o ... id=9276924

Es geht um den rasanten Knochenabbau nach Therapieende und darum, wie Amgen mit den ÄrztInnen umgeht, die darüber berichten.

Mein Kollege schreibt an alle Betroffenen in der Praxis - ich habe zum Glück nur 3.

Gestern hatte ich bereits die erste aufgelöste Patientin in der Praxis deswegen.
Der Abschluss der Behandlung mit Acclasta war schon vorher für März geplant; trotzdem war es schwierig, diese sonst keineswegs schwierige Patientin zu beruhigen. Sie hat unter Prolia invalidisierende Rückenschmerzen entwickelt. Gestern habe ich eine alte KG bearbeitet von einer Patientin, die sehr lange damit behandelt worden war (wie lange genau konnte ich nicht eruieren). Sie hat chronische Nackenschmerzen. Bei beiden sind "degenerative Veränderungen" nachgewiesen, keine Diskushernie, keine Spinalkanalstenose. Beides sind, bzw wären sehr aktive Frauen. Ich frage mich nun, ob da vielleicht auch ein Zusammenhang besteht? Habt Ihr entsprechende Erfahrungen?

markus.gnaedinger
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"Einmal Prolia - immer Prolia!"

Beitrag von markus.gnaedinger » Fr 2. Feb 2018, 12:04

Dass nach dem Stopp von Prolia ein beschleuniger Knochenabbau im Sinne einer High turnover-Osteoporose auftritt, ist seit längerem bekannt. Deshalb zirkuliert auch der Spruch "Einmal Prolia, immer Prolia!". Wenn man Prolia absetzen muss oder will, braucht es eine Überlappung mit einem Bisphosphonat. Man kann sich das so vorstellen, dass der Knochen mit dem Bisphosphonat gegen die Fresszellen "imprägniert" wird. Also: Beim Wunsch oder der Notwendigkeit, Prolia zu stoppen gibt man zum Zeitpunkt der gesollten Prolia-Spritze eine "Ladung" Bisphosphonat, am besten i.v. Dann sollte der befürchtete beschleunigte Knochenabbau ausbleiben.

blamperth
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Re: Prolia

Beitrag von blamperth » Fr 2. Feb 2018, 13:04

Seit wann genau ist das bekannt? Was ist die "offizielle" Version, wie es herausgefunden wurde?

markus.gnaedinger
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Reboundeffekt beim Absetzen

Beitrag von markus.gnaedinger » Fr 2. Feb 2018, 15:37


blamperth
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Re: Prolia

Beitrag von blamperth » Do 5. Apr 2018, 20:54

Wie sieht es bei Xgeva aus? Wie lange nach Absetzen muss mit verstärktem Knochenabbau gerechnet werden?
Ich habe einen Patienten mit multiplen Knochenmetastasen unter dieser Therapie übernommen; nach einem Spital- Aufenthalt wurde das Medikament gestoppt.

markus.gnaedinger
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Re: Prolia

Beitrag von markus.gnaedinger » Fr 6. Apr 2018, 11:26

Da es sich ebenfalls um Denosumab handelt, gelten die gleichen Verhaltensmassregeln.

blamperth
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Re: Prolia

Beitrag von blamperth » Fr 6. Apr 2018, 12:34

Ja aber was sind die gleichen?
Wenn man die doppelte Dosis alle Monate gibt,kommt der Knochenabbau auch schneller, vielleicht intensiver?

markus.gnaedinger
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Re: Prolia

Beitrag von markus.gnaedinger » Fr 6. Apr 2018, 13:26

Es handelt sich um das gleiche Medikament, aber um eine andere Patientengruppe (Knochenmetastasen statt Osteoporose) und eine viel höhere Dosierung. Es gibt dazu keine kontrollierten Studien, aber im Analogie-Schluss sollten alle Patienten, welche Xgeva erhalten haben und dieses nicht mehr benötigen, spätestens 6 Monate nach der letzten Dosis ein parenterales Bisphosphonat erhalten, sofern dies nicht aus anderen Gründen kontraindiziert ist.

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