Elektronischer Impfausweis

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Moderator: markus.gnaedinger

Urs Enggist
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Re: Elektronischer Impfausweis

Beitrag von Urs Enggist » Di 30. Apr 2013, 18:25

und wie wird jetzt die Validierung abgerechnet: Leistung in Abwesenheit?

p.mueller
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Re: Elektronischer Impfausweis

Beitrag von p.mueller » Di 30. Apr 2013, 19:21

Genau! :D

Martin Bösch
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Re: Elektronischer Impfausweis

Beitrag von Martin Bösch » So 5. Mai 2013, 11:06

Korrekterweise sollten wir diesen Zeitaufwand NICHT als Tarmed-Zeit abrechnen


Und genau darum geht es:
Menge: max. 12 mal pro 3 Monate
Diese Limitierung entfällt für elektronisch abrechnende Fachärzte

Da ich ja "nur" mit dem Trustcenter und nicht mit der Kasse Daten austausche, rechne ich seit Einführung nicht elektronisch ab und bin an die Limitierung gebunden, welche wohl bei den gesunden Jungen mit dem elektronischen Impfausweisnicht häufig zum Tragen kommen wird.

Dennoch wehre ich mich, den ganzen elektronischen Sch... (dauert ja nur 5 Minuten, Sie können's ja abrechnen, meine Kasse bezahlt) für andere unter 00.0140 erledigen zu müssen.

- ich kann an die Grenzen der Limitation stossen
- die Taxpunkte fliessen in die Statistik der Steuerung LeiKoV ein, wenn wir nur genug solchen Administrativaufwand machen, wird Santésuisse wohl bald ein Bulletin herausgeben, dass sich die Ärzte Schamlos bereichern und die "Leistungen in Abwesenheit des Patienten", welche offenbar früher ohnehin ein Streitpunkt waren, bis zum geht nicht mehr ausnutzen. Dabei wird uns immer mehr administrativer Sch.... aufgebürdet, den wir unter 00.0140 erledigen sollen.
Bei den nächsten Tarifverhandlungen wird ins dann die Mengenausweitung unter die Nase gerieben und ein irgendwann ersehntes Ansteigen des Taxpunktwertes verwehrt.

Deshalb sollten neue Leistungen eben nicht in den normalen Tarmedkuchen fliessen (auch wenn es sich nur um Promille handelt) resp. der Tarmed - Haufen um die zu erwartete Mehrleistung für die Schweizer Bevölkerung erhöht werden.

Ich sehe schon die Zwangseinführung der elektronischen KG kommen, wenn wir Diagnoselisten eingeben und auf die Gesundheitskarte speichern, Allergien und Impfungen updaten dürfen, bis die Limitation erschöpft ist und dann als "Mengenausweiter" beschimpft werden.

Vorschlag: neue nicht im allgemeinen Tarmed - Haufen der TPW-Steuerung einberechnete Tarifposition "Erfassung von Daten in elektronischen Informationssystemen und auf Datenträgern" einführen, dass wir sehen, um welche Mengen es da geht und diese neuen Leistungen (hat es zu GRAT-Zeiten noch gar nicht gegeben) einmal quantifizieren können.

Lieber Gruss Martin Bösch

Ceterum censeo limitationes esse delendas...

Lüscher
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Re: Elektronischer Impfausweis

Beitrag von Lüscher » Mo 6. Mai 2013, 18:47

Danke für dieses Votum - genau darum geht es mir, und niemand scheint es zu kümmern!

chollenstein
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Re: Elektronischer Impfausweis

Beitrag von chollenstein » So 12. Mai 2013, 10:32

Zu Severin Lüscher: Wir sind in der Nordwestschweiz daran, diejenigen Items herauszupicken, welche des Sozialtarifs TarMed nicht bedürfen. Dies ist zT. völlig klar (Beispiel: MFK-Untersuchungen), z.T. überhaupt nicht (z.B. Zeugnisse für Erwachsenenschutzbehörde), und es braucht zuweilen den Juristen beim Ausloten des Interpretationsspielraums. So auch beim Impfausweis.
Klar ist auch, dass der elektronische Impfausweis nicht genauer ist als der zugrunde liegende analoge Ausweis: Wenn dort nicht steht, welche Impfdosis tatsächlich verabreicht wurde, steht es halt auch nicht in der elektronischen Form. Die entsprechende kollegiale Feststellung zeigt mir, welchem Bluff wir aufsitzen können, wenn wir den e-Medien nicht skeptisch genug gegenüber stehen (s.a. absurde Anzahl Kommastellen bei Labordaten).
Wir halten es so, dass die Patienten selber das "e-Impfbüchlein" nachführen sollen (wer das nicht schafft, fliegt sinnvollerweise schon mal raus - wir geben keine Kurse), die Validierung rechne ich über eine Konsultation oder die "Arbeit in Abw. d. Pat." ab, bis (!) die juristische Frage geklärt ist.
Bei der aktuellen Plethora der Pos. 00.0140 werden die Versicherer whs. bald einmal das Bedürfnis haben, diese weiter aufzuschlüsseln - dann müssen wir uns wieder einbringen.

xick

Re: Elektronischer Impfausweis

Beitrag von xick » Do 28. Aug 2014, 11:33

Wie genau werden die Impfungen, die jetzt im normalen Impfausweis stehen auf den elektronischen Impfausweis übertragen? Muss man zum Arzt und der erledigt das oder wie genau kann ich es mir vorstellen?

ZHmed
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Re: Elektronischer Impfausweis

Beitrag von ZHmed » Mo 10. Nov 2014, 14:43

Ich kann dem nur zustimmen....ich verrechne z.B. auch meinen Aufwand, wenn ich für Patienten , welche in Hausarztmodellen sind, irgendwelche Überweisungsmeldungen machen muss.
Am Schluss des Tages muss ich für all meine Zeit, welche ich investiert habe für Patienten, Honorar bekommen haben. Das hat mit Mengenausweitung nichts zu tun, sondern höchstens mit Anpassung der Leistungen, welche wir erbringen müssen - immer weniger Medizin, immer mehr Bürokram.

p.mueller hat geschrieben:Liebe Kollegen
Betreffend Abrechnung: Ich verstehe es einfach nicht, dass Kollegen nachwievor Gratisarbeiten verrichten. Begreift doch endlich, das JEDE Arbeit betreffend eines Patienten verrechnet werden muss. Dies ist keine Mengenausweitung, dies ist Qualitätsarbeit. Nebenbei ziehen Kollegen welche ihre Arbeit nicht verrechnen den Indexschnitt runter. "Was nichts Kostet, ist nichts Wert" - und unsere Arbeit ist definitv was wert. Was kostet es für einen Aufwand, einen verschollenen Impfausweis zu rekonstruieren, ggf. unnötige Impfungen nachzuipfen etc.
Wir arbeiten jetzt seit mehreren Jahren mit Viavac - (dem Äquivalent des Internet - Impfausweises) in unserer Praxis. Impfausweise werden konsequent erfasst und kontrolliert - und bisher falls erwünscht ins Internet exportiert. Nun stellen wir auf die Internetverison um. Es werden sehr viele Impflücken und Impffehler gefunden und korrigiert.
Ich kann das System nur empfehlen - aber bitte bitte liebe kollegen Verrechnet Eure Arbeitszeit!!!

Lüscher
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Re: Elektronischer Impfausweis

Beitrag von Lüscher » Mo 10. Nov 2014, 18:20

Auch wenn wir jetzt etwas weg vom Thema sind: Ueberweisungsmeldungen werden ausserhalb Tarmed bereits abgegolten, das sind die pmpm-Beträge, die in den Hausarztmodellen durch die Versicherer an die MC-Organisationen vergütet und durch diese weiter an die Aerztenetze und von da hoffentlich bis zu den einzelnen Aerzten verteilt werden. In diesem Betrag, den ich jährlich überwiesen erhalte, haben einige Ueberweisungen bzw. 00.0140 Platz!

Growlf
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Re: Elektronischer Impfausweis

Beitrag von Growlf » Sa 11. Jul 2015, 21:57

Als aus Deutschland Zugewanderter kann ich nur davor warnen, alles "auf Kasse" zu leisten. Ende vom Lied dort ist, dass die Medizin hochpauschaliert ist: so erhält ein Hausarzt PRO QUARTAL UND (erschienenem) PATIENT ca. 31 Euro Festhohnorar (Schreibfehler bewusst so gesetzt).
Völlig schnurz, was, wie oft und wo (Hausbesuche) er seine Leistung erbringt: mehr gibts nicht. (Einige Sonderleistungen wie Hautkrebsvorsorge und Checkup werden extra hohnoriert.)

Und wie hats angefangen? Indem die Docs sich immer mehr in den Kassenkatalog packen liessen. Statt zu protestieren, wurde der Durchsatz erhöht.
Bitte draus lernen. So viel wie möglich mit dem Patienten direkt abrechnen.

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