Kommunikation innerhalb des Forums für Hausarztmedizin

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Moderator: mgnaedin

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mgnaedin
Beiträge: 1552
Registriert: Mo 10. Jan 2005, 09:18
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Kommunikation innerhalb des Forums für Hausarztmedizin

Beitrag von mgnaedin »

Liebe Kolleginnen und Kollegen

Während der und im Nachgang zur Diskussion um den neuen Labortarif sind verschiedene Standespolitiker sowie auch die Leitung unseres Forums für Hausarztmedizin angeprangert worden.

Nach meiner persönlichen Meinung soll das Forum ein Raum sein, wo man sich äussern darf, ohne jedes Wort auf die Goldwaage legen zu müssen. Um dies zu unterstützen, haben wir auch das Forum "HausärztInnen unter sich" geschaffen, zu dem Zaungäste keinen Zutritt haben.

Wenn die Grundstimmung "Kritik" ist, so soll sich dies auch im Forum so niederschlagen dürfen. Und wenn es Kritik zu bestimmten Personen ist, so soll auch das Platz haben. Aber wie steht es mit Anwürfen auf die oder unter der Gürtellinie?

Repetitive Aufrufe in Fettdruck und mit vielen Ausrufezeichen wirken eher abschreckend auf die restliche Forumsnutzer. Wir hoffen hier auf die "Selbstreinigungskraft" der übrigen Forums-Community.

Das letzte, was wir wollen, sind Beitragszensur und Mitgliedersuspensionen.

Was denken Sie, liebe Forums-NutzerInnen zu diese Problematik?
Lüscher
Site Admin
Beiträge: 455
Registriert: So 6. Mär 2005, 20:59

Beitrag von Lüscher »

Im Bauch bin ich auch immer noch enttäuscht bis hässig, meine Energie, meine und der PatientInnen Zeit für etwas vergeudet zu haben, was dann nicht so kam, wie ich es mir vorgestellt habe.

Im Kopf geht es bei mir jedoch anders zu: Was bringt es eigentlich, unsere Führung mit Spott, Häme und Vorwürfen einzudecken oder uns über die Wortwahl der von uns gewählten Vorstandsmitglieder zu ärgern? Ist die Hoffnung die, dass sie's nächstes Mal besser machen, wenn wir nur genug auf ihnen herumhacken? Und ist die Situation beim nächsten Mal dann so, dass exakt vorhersehbar ist, was in Zukunft geschehen wird?

Wenn ziviler Ungehorsam in der Luft liegt, kann man den natürlich auf unsere Verbandsstrukturen übertragen - also etwas ausagieren, was innerlich bewegt: Der SGAM den Mitgliederbeitrag vorenthalten, bei HACH nicht mitmachen, aus der FMH austreten, weil "die da oben" versagt haben. Oder man kann Umfragen oder Urabstimmungen fordern in der Hoffnung, der eigene Standpunkt werde dadurch legitimiert und gestärkt, wohl wissend, dass nicht der eigene Standpunkt das Problem löst, sondern der Prozess nicht läuft wie gewünscht.

Hier ist es umgekehrt wie sonst in Gefechtshandlungen: Wir von der Basis stehen auf dem Feldherrenhügel und überblicken das Feld, während unsere Oberen sich im Getümmel schlagen und wir wenig davon mitbekommen, weshalb der Gegenangriff misslungen ist, weil wir nicht erkennen, dass das Gelände sumpfig und trotz topfebener Topographie kein Vorankommen ist.

Die Meinungsäusserungen in diesem Forum möchte ich nicht missen, sie sind unbezahlbar - und erst in dieser Art möglich, seit es dieses Forum gibt. Meinungsäusserungen im Forum sind aber nicht mehr als das, sind nicht zu verwechseln mit der realen Standespolitik. Unsere Vorstände nehmen hoffentlich zur Kenntnis, was hier geschrieben wird, auch wenn sie nicht auf jeden Beitrag eine Replik verfassen.

Im Verkehr mit dem BAG und seiner politischen Nasenspitze wäre es jedenfalls dem Dialog nicht dienlich, wenn die Verhandlungen im Forums-O-Ton geführt würden. Und da wir das BAG nicht abschaffen können, kommen wir nicht um den Dialog herum (auch wenn ich bedaure, dass im Sinn eines memento nicht wenigstens der Boykott bei den Todesursachenformularen und bei den IV-Verlaufsberichten fortgesetzt wurde).

Den Labortarif werden wir aus eigener Kraft nicht mehr verändern können. Dieser ist das Produkt eines fatalen Zusammentreffens eines arroganten und ignoranten Politikers, der es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt - betriebswirtschaftliche Argumente interessieren ihn sicher nicht, wenn es um das Erreichen seiner politischen Ziele geht - und seiner Entourage, deren Inkompetenz notorisch ist - und, liebe Kollegen, eines Versagens unserer Verbände und von deren Basis in den letzten 20(!) Jahren. Es ist deshalb billig, diejenigen zu schmähen, die jetzt gerade das Pech haben, Führungsfunktionen zu bekleiden.

Unterschätzen wir nicht die Wirkung unserer Initiative, wenn sie auch unsere konkreten Probleme nicht bis morgen lösen kann. Der Weg, unsere Anliegen in die Oeffentlichkeit zu tragen und die Leute zu informieren, ist in unserer Medio- und Demokratie richtig. Dass dieser Weg zu tun gibt und kostet, und dass man nicht gleichzeitig noch andere Schlachten erfolgreich schlagen kann, das ist die Einschätzung unserer Oberen. Und bezüglich ihrer (und unserer kollektiven) eigenen Ressourcen müssen wir ihnen wohl zugestehen, dass sie diese besser einschätzen können als wir.
Urs Enggist
Beiträge: 739
Registriert: So 26. Jun 2005, 20:00
Wohnort: Auenstein

EIN BLICK NACH DEUTSCHLAND

Beitrag von Urs Enggist »

Liebe Kollegen/innen, Vorstandmitglieder, Forumsleitung

Hier in Spanien habe ich den Ablauf der ganzen Labortarif-Situation und dann das Resultat einem deutschen Kollegen (zwar Anästhesieprofessor in einer grossen deutschen Stadtklinik) erörtert....

Sein Kommentar: "ehrenkäsig"

Es würde mich einmal interessieren, welche Aussagen als diffamierend, angreifend, unter der Gürtellinie erachtet wurden?


Wer von den SGAM-Vorstandmitgliedern, Forumsleiter oder aber Forumskollegen/innen outet sich hiezu?

Aus Spanien, wo man im öffentlichen Spital/Ambulatorium nun "Platzkarten" für eine Konsultation bekommt oder bei einem Notfall ca. 6-8 Std Wartezeit in Kauf nehmen muss, herzliche, aber kämpferische Sonnen-Feriengrüsse

Teddy/Urs Enggist

PS: noch eine "spanische Wahrheit": Ulla Schmidt = deutsche(r) Couchepin hat eine Ferienhaus in Denia (20 Autominuten von uns)...Sie hat vor der deutsch-spanischen Gemeinde eine Vortrag zum D-Gesundheitswesen gehalten...
...der Privatchauffeur verliess den Dienstwagen (und trank ein Bier bei 38 Grad (?? = ich weiss es nicht so genau)) und zwischenzeitlich wurde der E-Klasse-Spezial-Mercedes geklaut ! (halt mit Ausrufezeichen). Wer klaut uns den Couchepin ohne Dienst-PW ? Sorry, das ist nun ja nicht mehr nötig.
Ein Verfahren in Berlin soll nun zeigen, ob der Privatchauffeur in Spanien wegen des Vortrages "dienst-rechtens" war resp. ob es als Verschleuderung von deutschen Steuergelder (mehrere 10'000 Euro) taxiert wird.
C.Huettenrauch
Beiträge: 444
Registriert: So 15. Jul 2012, 20:43
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Kontaktdaten:

Re: Kommunikation innerhalb des Forums für Hausarztmedizin

Beitrag von C.Huettenrauch »

Sehr geehrte Kollegen
Sie schreiben in Ihrem aktuellen Anschreiben folgendes und führen dann zu einem interessanten medizinischen Thema (Borreliose) weiter:

Liebe Kolleginnen und Kollegen
Im Forum für Hausarztmedizin sind nun 780 Nutzer registriert.
Leider sind im letzten Monat nur wenige Beträge eingegangen. Sie können dies ändern; greifen Sie in die Tasten!


Soweit ich mich erinnere, haben Sie auch in Primary Care auf Sinn, Zweck und Ziel des Hausarztforum abgehoben und interessante Erfahrungen aus den Zeitläuften mit diesem Medium berichtet.
Generell kann man als einfacher Arzt an der Basis feststellen, dass auf die Praxen eine extreme Informationsflut niedergeht. Vierteljährlich sind Stapelweise diverse Zeitungen, Hefte, Papers, Mitschrifetn uns zu entsorgen, nicht nur berufliche, soondern auch allgemein gesellschaftlich.
Da führt dann zu der Frage, wei man in der knapp bemessenen freien Zeit seine informationen sich beschafft, seien sie fachlicher, lokaler oder anderer Natur des pers. Interesse bzw Erfordernis je nach Berufs- und Lebenslage.
Meine eigenen Online-Erfahrungen haben mir gezeigt, dass Gruppen-Aktivitäten wie zB eine solche geschlossene Gruppse davon lebt, was wer wie als Input gibt. Auf der einen Seite könnte man eine Bringschuuld von Medienbetreibern sehen, auf der anderen Seite eine holschuld des lesenden Konsumenten bzw aktiv kommunizierenden Gruppen-Mitgliedes.
Es stellt sich also die Frage, welche Informationen Hausäzte gebrauchen können, die sowohl die SAEZ wie Primary Care und gf wenige andere Fachzeitschriften lesen. Dasselbe würde zB auf für den Facebook-Auftritt von Hausärzte Schweiz gelten.
Man kann nun der Meinung sein, möglichst nur Abkündigungen zu bringen und auf Resonanz des Publikum hoffen, dass viell ein Funke überspringt oder die Zugriffzahlen steigen. Man kann aber auch journalistische Prinzipien einbringen, die zB von Sachdarstellungen aus verschiedenem Blickwinkel ihre artikel bzw Artikelreihen komponieren.
Will man nun die Abholmentalität steigern, wäre es sinnvoll, aktuelle Tagesgespräche oder Diskussionen, seien sie dergleichen oder einer anderen meinung, in einer gruppe zu spiegeln.
Liest man zB den Newsletter der FMH, kommt diese Form einer Bringschuld recht gut nahe, da sie die Links zu Tagesnachrichten bringt, die in den normalen medien veröffentlicht werden. Das ist interessant, macht neugierig und lässt immer gerne mitlesen, da die interessierenden Theman damit leicht erreichbar sind. Die Print-Hinweise lassen zumindest eigene Bezugs-Abonnements filtern. Dieser Vorsortier-Mechanismus ist hilfreich, mit der Informationsflut umgehen zu können.
Auch der SAEZ-Newsletter lässt vorab filtern.
Soweit ich mich erinnere, hatten Sie als Vorstands-Thema die Kommunikation mit auf der Agenda und Rückmeldungen erhalten.
Um daran anzuknüpfen: Sie können mE sehr leicht ein Forum reaktivieren, wenn Sie regelmässig zB Links auf interessante Artiikel diverser Themen setzen, die mehr oder weniger hausärztliche Interessen berühren, seien sie positiv oder negativ. Damit lässt sich dann auch ein Feedback erzeugen. Wenn Sie also zB einen wöchentlichen Newsletter statt dem zu langen monatlichen Abstand bringen, in dem sie auf Themenstarter, Kontroversen oder extenre Quellen verweisen, über die diskutiert werden kann, würde sich die Meiungsbildung nicht verlieren an verschiedenen Orten, sondern zentrieren. Dazu würde sich zB auch sehrgut der Facebook-auftritt eignen. Nur wer schreibt, der bleibt, also warum nicht auch dort regelmässig, am besten täglich einen Link, eine Meldung, einen verweis, ein Statement oder sonstiges setzen, um in der Timeline der Liker wenigstens einmal aufzutauchen?
Für Basisärzte ist die Vorstandsarbeit von Ihnen, soweit man nicht näheres mitbekommt, ein Buch mit sieben Siegeln. Natürlich kann man nach Luzern fahren und hoffen ,dass dort in den wenigen Stunden einiges an Information transportiert wird. Vieles fällt dann aber dem Kurzzeitgedächtnis anheim. es macht also Sinn, begleitend im Vorfeld und parallel (Bilder vom event) und im nachgang die Rückschau dieses medial zu begleiten. Sie haben ja u.a. Frau Belliger als KommunikationsExpertin zum sperrigen e-Pa-Thema eingeladen...
Viell. kann man sich ja neben dem FMH-Today's Express, Newsletter u.a. überlegen, wie sich die innerärztliche Kommunikation beruflich parallel bzw in der knappen Freizeit attraktiv steigern lässt. Eine regelmässige Presse-Schau zB aus Sicht des Vorstandes, wie Sie was wo finden bzw wer wo was warum gesagt hat und wie sie Sie das Hausärzte bzw Vorstand finden bzw bewerten, kann sicher helfen Meinung zu bilden. Meinungs-stark ist Hausärzte Schweiz, aber die Verwendung der Medien ist immer auch optimierbar.
Wie wäre es denn, wenn Sie ein Primary-Care-Thema aus dem Archiv als Blogthema der Woche auf Facebook einstellen? Wir Leser würden dann schon für eine verbreiternde Teilung sogren können je nach persönlicher Facon.
Dies nur mal so zu Ihrem Aufruf, "doch mal in die Tasten zu greifen.."
MfG aus SG, viell. auch bis Luzern, CH
P.S. Was brigen Sie denn da so schönes ? Ein Link zum Event würde da zB helfen.
mgnaedin
Beiträge: 1552
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Aktivierung des Forums / professionelle journalistische Arbe

Beitrag von mgnaedin »

Lieber Kollege Hüttenrauch

Einerseits stellt sich die Frage nach dem Huhn und dem Ei: Ist unser Forum im Moment etwas "lahm" weil wir von der Moderation aus zu wenig Input geben oder kommt die Flaute vom mangelnden Interesse der Hausärzteschaft? Falls unter den nun nachrückenden Kolleginnen und Kollegen gar kein Bedürfnis nach dieser Art von Kommunikation mehr da sein oder ein anderes, präsentableres Kommunikationsinstrument gewünscht werden sollte, könnte es dann adäquat sein, unser Forum mit aktiver journalistischer Arbeit aufzupeppen und attraktiver zu machen? Und falls ja, wer soll die dazu nötige professionelle Arbeitskraft leisten und wer soll sie bezahlen? Wir Forumsmoderatoren arbeiten ja ehrenamtlich. Und: Neun Jahre lang haben die Beiträge der Forumsnutzer ausgereicht um teils lebhafte Diskussionen anzustossen, warum könnte dies plötzlich geändert haben?
Dr. med. Markus Gnädinger, Birkenweg 8, 9323 Steinach
admin.forum
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Re: Kommunikation innerhalb des Forums für Hausarztmedizin

Beitrag von admin.forum »

Bruno Kissling hat mich gebeten, seine Mail-Antwort in diesen Diskussionsstrang einzukopieren.

Lieber Markus,

Vorerst sei erwähnt, ich bin kein aktives Forum-Mitglied, gehe kaum je rein, finde die Zeit nicht für ein aktives ‚durch Foren Flanieren‘, brauche eine Ankick via Mail, damit ich eventuell mal rein gehe. In diesem Sinn spricht der Kollege Huettenrauch irgendwie auch für mich. Vermutlich auch für viele weitere KollegInnen, wie aus der – trotz den immensen und seit 10 Jahren beharrlichen und lobenswerten Bemühungen von Markus - stagnierenden Zahl und Schreibaktivität von neuen Forumsteilnehmern abzulesen ist.

Die Informationsfilterung aus dem Informations-Tsunami ist eine sehr schwierige und persönliche Angelegenheit. Die Nutzung der modernen e-Medien wie Facebook und Co. bestimmt nicht die Kernkompetenz einer sehr grossen Zahl von oft älteren, wohl aber von jüngeren HausärztInnen. JHaS z.B. funktioniert sehr gut mit Facebook.

Die vom Kollegen geforderte Verlinkung der Medien ist ein sehr berechtigtes Anliegen, das auch in unseren Redaktionen und Vorständen immer wieder besprochen wurde/wird. Dies ist verbunden mit viel Arbeit, die vielleicht von den zurzeit aktiven Forums- und Redaktionsmitgliedern (noch) nicht erbracht werden kann.

Mit dem Kollegen Huettenrauch meldet sich ein Kollege, den Ihr vielleicht in die Crew aufnehmen könntet. Er scheint interessiert, innovativ und in einem positiven Sinn kritisch zu sein. Und solche Leute suchen wir doch, nicht wahr?

Kannst Du mit dieser Meinung etwas anfangen?

Herzlich
Bruno
Das Moderator-/Administrator-Team des Forums für Hausarztmedizin
mgnaedin
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Re: Kommunikation innerhalb des Forums für Hausarztmedizin

Beitrag von mgnaedin »

Diese Diskussion sollte weitergeführt werden unter: http://www.forum-hausarztmedizin.ch/bb/viewtopic.php?f=52&t=1691
Dr. med. Markus Gnädinger, Birkenweg 8, 9323 Steinach
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