Frist Strahlenschutzausbildung in Arztpraxen bis 2022- Umfrage des BAG 4'2019

Qualitätssicherung, Fortbildung, Forschung in der Hausarztpraxis / Assurances qualités, formation continue, recherche en médecine de famille

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C.Huettenrauch
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Frist Strahlenschutzausbildung in Arztpraxen bis 2022- Umfrage des BAG 4'2019

Beitrag von C.Huettenrauch » Sa 13. Apr 2019, 16:16

Stichtag 2022 - Fortbildung Röntgen in Arztpraxen.jpg
Stichtag 2022 - Fortbildung Röntgen in Arztpraxen.jpg (113.85 KiB) 571 mal betrachtet
Online-Umfrage BAG April 2019

Anfrage an mfe
Könnte Hausärzte Schweiz allenfalls erforderliche Fortbildungen vor Ort für die betroffenen Kollegen organisieren, um dieser Auflage bis zum Stichjahr 2022 zu genügen - und dies dem BAG auch zu offerieren?
Viell. ist dies schon intern, (zB via KHM ?) avisiert?

Wünschenswert wäre
Insbes. älteren MPA kann mE kein Fortbildungs-Tourismus mehr zugemutet werden, die über Jahrzehnte in den Hausarztpraxen zur meist allseitigen Zufriedenheit geröntgt haben. Hier sollten vor Ort Lösungen gefunden werden.
Für die Ärzte lautet die Frage in der unten angegebenen Umfrage, ob diese alles an einem Termin machen wollen oder verteilt an an 4 Terminen sowie ob sie getrennt von den MPA's sich fortbilden lassen möchten (betr. zB abgefragte Optionen "nur Theorie, oder nur Praxis, oder gemischt" - wobei hinsichtlich der 4 geforderten Fobi's die Interessen der eher befundenden Praxisinhaber und die ihrer eher ausführenden MPA's vermutlich auseinandergehen dürften.

Im folgenden noch der für Sie zusammengestellte Hintergrund zur diesbezüglichen Entwicklung:
Mittels folgendem Link gelangen Sie zur Online-Umfrage bezüglich Strahlenschutz-Ausbildung, zu welcher jede Arztpraxis vom BAG brieflich aufgefordert werden wird:

https://survs.com/survey/i2nurqdh39

Die Umfrage wird in 2019 übers Jahr verteilt gestaffelt durchgeführt werden.
Lesen Sie bitte die weiteren Informationen auf dieser Seite (im folgenden) und halten Sie folgende Informationen für die Umfrage bereit:
 Genaue Ausbildungen und Daten der Abschlüsse aller Personen, die Körperstamm röntgen oder befunden
 Anzahl durchgeführte Röntgenuntersuchungen im Jahr 2018 aufgeteilt nach Thorax & Extremitäten, Körperstamm und Schädel
 BAG-Betriebsnummer, die im Infobrief steht, den Ihre Praxis im Verlaufe des 2019 erhält
_______________________

Ausbildungsverordnung-Kompetenzen
Die Bedienung von Röntgengeräten zu medizinischen Zwecken ist gemäss Strahlenschutz-Ausbildungsverordnung nur Berufsgruppen mit der entsprechenden Ausbildung für die entsprechenden Geräte vorbehalten.
Für die Ausbildung zum Erwerb der Kompetenzen wird unterschieden, ob es sich bei den Röntgenaufnahmen um Aufnahmen aus dem Niedrigdosisbereich, mittleren Dosisbereich- oder Hochdosisbereich (z.B. CT und interventionelle Radiologie) handelt.
Kontrollen ergaben Mängel
Die Abteilung Strahlenschutz des Bundesamts für Gesundheit BAG hat vor einigen Jahren circa 100 Betriebe auditiert.
Dabei bot sich die Gelegenheit, die Anwenderinnen und Anwender bezüglich wichtiger Strahlenschutzaspekte und erforderlicher Ausbildung zu sensibilisieren.

Die Analyse der Erhebungen zeigte sowohl bei den Ärzten wie auch bei den medizinischen Praxisassistentinnen / Praxisassistenten (MPA) einen Nachholbedarf im Bereich der notwendigen Ausbildung im Strahlenschutz zur Anfertigung von Aufnahmen im mittleren Dosisbereich (konventionell-radiologische Untersuchungen des Abdomens, Achsenskelettes und Beckens).

Bei den MPA wurde festgestellt, dass in über 80% der Fälle die erforderliche Ausbildung für die erweiterten konventionellen Aufnahmetechniken nicht absolviert worden ist, obwohl sie solche Aufnahmen durchführten.
Mit Abschluss der dreijährigen Berufsausbildung erwerben MPA EFZ im Röntgen nämlich nur die Kompetenzen für Thorax und Extremitäten (sogenannter Niedrigdosisbereich).

Bei den Ärzten/Ärztinnen war bei rund 20% die notwendige Ausbildung für den mittleren Dosisbereich nicht vorhanden. Für die Aufnahmen von Becken, Hüften, Abdomen, Wirbelsäule und Schädel (sogenannter mittlerer Dosisbereich) sind sowohl bei den MPA EFZ als auch bei den Ärzten/Ärztinnen anerkannte Weiterbildungen zu absolvieren.
Das Absolvieren einer entsprechenden Ausbildung ist Garant, dass das Personal mit den notwendigen Kompetenzen zur Erreichung eines effektiven Strahlenschutzes ausgerüstet wird. Dies ermöglicht eine Optimierung der Strahlendosen für die Patienten.

Als Massnahme hat das BAG alle gut 3500 Arztpraxen mit Röntgengerät angeschrieben und darauf hingewiesen, dass dieses Ausbildungsmanko zu beheben ist.
Erlaubte und nicht erlaubte Tätigkeiten
Nachfolgende Tabellen zeigen die Kompetenzen im Röntgen als Funktion der Aus- und Weiterbildung von Ärzten/Ärztinnen und medizinischem Personal an.
https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/ge ... raxen.html

KHM - Kollegium für Hausarztmedizin: http://www.kollegium.ch/

Sachstandskurse für Ärzte: http://www.radioprotection.ch/

Eva Kaiser
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Re: Frist Strahlenschutzausbildung in Arztpraxen bis 2022- Umfrage des BAG 4'2019

Beitrag von Eva Kaiser » So 21. Apr 2019, 12:56

@ Anfrage an mfe:
mfe ist die standespolitische Organisation der Haus- und Kinderärztinnen und -ärzten und darf von sich aus keine Fortbildungen organisieren. Gemäss den Zusammenarbeitsverträgen mit den Fachgesellschaften SGAIM und SGP und dem KHM sind diese für die Fortbildungen zuständig.

Hingegen bemühen wir uns, bei den zuständigen Behörden um Verständnis dafür zu werben, dass wir nicht für jeden Handgriff und jede Tätigkeit einen Fähigkeitsausweis vorlegen können. Sonst bleibt uns nämlich kaum mehr die Zeit für unsere eigentliche Arbeit: uns um die Patienten zu kümmern. Was den Strahlenschutz angeht, müssen wir uns aber alle an die gesetzlichen Vorgaben halten. Die Behörden tun lediglich ihre Pflicht, wenn sie das überprüfen.

Danke für die hilfreichen Links dazu!
Eva Kaiser, Vorstand mfe «Hausärzte Schweiz»

funk
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Re: Frist Strahlenschutzausbildung in Arztpraxen bis 2022- Umfrage des BAG 4'2019

Beitrag von funk » Fr 26. Apr 2019, 18:16

Liebe Kollegen,

Ich hatte schon vor der Umfrage ein Angebot einer Fachfrau Röntgen vom KSSG für diese Fortbildungen.
Der Kurs war für Ärzte 2 mal 90 min und für die MPA 4 mal 90 min.
Kosten für die Fortbildung bei mir in der Praxis 1x Arzt und 1x MPA: knapp 700 Fr.
Muss alle 4 JAhre gemacht werden.

Insofern konnte ich den Fragebogen mit gutem Gewissen ausfüllen.

Vermutlich kommt nächste Woche dann einer von der Stethoskopvereinigung Schweiz, der für den Gebrauch des Stethoskops einen Fähigkeitsausweis vergibt.
Nur Ärzte können so gestrickt sein, dass sie über JEDES Stöckchen springen, das ihnen einer hinält.
Natürlich NUR wegen der Qualität. Versteht sich.

Bei den Rechtsmediziniern mache ich nicht mehr mit. Sollen Sie doch alle Patienten selbst untersuchen und begutachten.

Irgendwann ist Schluss !
Viele Grüße

Stefan Funk

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