Zum Vergleich: Preisfindung Pharma...

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C.Huettenrauch
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Zum Vergleich: Preisfindung Pharma...

Beitrag von C.Huettenrauch » Mi 13. Mär 2019, 13:08

Krebsmedikamente: Pharmaindustrie erhöht Margen auf Rekordwert

Preise werden blind fixiert
Neue Krebsmedikamente kosten bis zu 80 mal mehr als die Herstellungskosten. Das geht zulasten von Prämienzahlern und Krankenkassen.

Starker Anstieg der Kassenausgaben für Krebsmedikamente
In seinem Bericht nannte «RTS» bisher unveröffentlichte Zahlen zu den Kosten von Krebsmedikamenten, welche die Kassen in der Grundversicherung zahlen müssen. Diese seien im Zeitraum von nur fünf Jahren von 603 auf 931 Millionen Franken pro Jahr gestiegen, was einem Anstieg von 54 Prozent entspreche.
Für alle Arten Medikamente mussten die Kassen insgesamt 6,8 Milliarden ausgeben. Am weitaus stärksten sind die Kosten für Krebsmedikamente gestiegen. Ein einziges Krebsmedikament habe beispielsweise über 74 Millionen Franken gekostet. Unter den fünfzehn umsatzstärksten Krebsmedikamenten befinden sich vier Krebsmedikamente des Basler Pharmakonzerns «Roche». Bei Krebspräparaten ist «Roche» einer der Weltmarktführer.
...
In der Schweiz werden die Medikamentenpreise vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) verhandelt. «RTS» hat nachgefragt, wie hier die hohen Preise gerechtfertigt werden. «Aufgrund der Kosten für Forschung und Entwicklung ist der Preis von 'Herceptin' nicht gerechtfertigt», meinte ein BAG-Sprecher. Andererseits entspreche der Preis den wirtschaftlichen Kriterien, «wenn wir uns auf unsere Rechtsgrundlage verlassen». Gemeint ist in erster Linie ein Vergleich mit den offiziellen Fabrik-Listenpreisen im Ausland.
https://www.infosperber.ch/Artikel/Gesu ... aindustrie
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Grafik mit freundlicher Genehmigung des Verfassers

blamperth
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Re: Zum Vergleich: Preisfindung Pharma...

Beitrag von blamperth » Mi 13. Mär 2019, 17:09

Wenn wir ÄrztInnen jede Minute Arbeit rechtfertigen müssen, sollte es doch auch möglich sein, der Hersteller zur Herausgabe der Informationen zu Entwicklungs- und Herstellungskosten zu zwingen, ansonsten ein Medikament nicht zugelassen werden soll. Alle, die von den (obligatorischen) Krankenversicherungen leben müssen der Transparenz verpflichtet werden, nicht nur wir!
Die Gesetze der Marktwirtschaft gelten im übrigen nur dort, wo kein Zahlzwang herrscht und es Alternativen gibt.Gesundheit ist wie Wasser unverzichtbar und nicht zu ersetzen.

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